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| Homöopathische
Konstitutionsmittel für Hunde
Nux vomica (Brechnuß, Krähenauge) Ursprung Es werden die getrockneten, reifen Samen der Brechnuß verwendet. Beheimatet ist die Pflanze in Ceylon, Ostindien und Nordaustralien. Ihre Wirkstoffe sind die Alkaloide Strychnin, Brucin, Vomicin, Colubrin u.a., ebenso Chlorogensäure. Nux vomica ist eins der größten Polychreste in der Homöopathie. Es entfaltet bei einer enormen Anzahl von Erkrankungen seine positive Wirkung, besonders auf das ZNS, das vegetative NS, den Magen-Darm-Kanal, die Leber und die Blase. Nux vomica ist in erster Linie ein Mittel für den Rüden, das Gegenstück zu Ignatia. Außerdem besitzt es einen deutlichen Bezug zur rechten Körperhälfte. Es findet Verwendung als Anfangsmittel, da die Krankheitssymptome plötzlich erscheinen und eine stetige Verschlechterung darauf erfolgt, ohne daß Selbstheilungsmechanismen erkennbar werden. Der Nux vomica-Typ ist meist hager, dünn oder mager, es besteht eine allgemeine Körperschwäche. Sein Wesen zeigt stark cholerische Züge. Er reagiert überempfindlich gegenüber Sinnesreizen, wobei eine Eigentümlichkeit darin besteht, daß Donnerschlag ihn nicht aus der Fassung bringt, während andere Geräusche ihn sehr stören und verschrecken. Diese Hyperästhesie zeigt sich auch bei hellem Licht und Geräuschen. Auf solche Reize reagiert er sehr vehement. Häufig ist die Ursache dafür bei früheren psychotraumatischen Erfahrungen ( z.B. Mißhandlung, Streß, Sturz) zu suchen. Der Nux vomica-Hund verhält sich reizbar und nervös. Schon Kleinigkeiten ärgern ihn. Er neigt zu Jähzorn, Boshaftigkeit und Heftigkeit. Er sucht häufig von sich aus den Kampf mit anderen Rüden. Es kommt auch vor, daß er seinen Artgenossen heimtückisch von hinten angreift. Nux vomica-Typen sind auch oft Hunde, die laut bellend, z.B. entlang ihres Gartenzauns rennen. Sie wollen dadurch deutlich machen, wer hier Herrscher des Territoriums ist. Hinter dieser Aggressivität verbirgt sich aber oft Angst. Fremden und unbekannten Dingen gegenüber ist er häufig schreckhaft, ängstlich und unsicher und neigt immer wieder zu Wutausbrüchen. Er zeigt eine deutliche Tendenz zu Magen-Darm-Störungen, z.B. nach Futterumstellung oder bei psychischen Spannungen. Gutes, reichliches oder fettes Futter bedingen auch erhebliche Verdauungsstörungen, aber ebenso Unverträglichkeiten von Futterstoffen, bei Intoxikationen oder nach Aufnahme verdorbenen Futters. Nux vomica wird auch als Zwischenmittel nach schulmedizinischer Behandlung eingesetzt, z.B. durch Überdosierung oder Arzneimittelunverträglichkeiten wie schlecht vertragene oder zu häufige Wurmkuren. Der Nux vomica-Hund zeigt ein großes Verlangen nach Reiz- und Genußmitteln, obwohl er sie überhaupt nicht verträgt. Darauf reagiert sein Körper häufig mit Durchfall, Erbrechen oder Obstipation; auch häufiger und erfolgloser Drang oder Abgang von nur geringen Kotmengen (schafskotähnlicher Stuhl) nach jedem Versuch. Der Hund steht mit aufgekrümmtem Rücken und zeigt deutliche Probleme beim Kot- und Harnabsatz. Als auffälliges Merkmal des Nux vomica-Hundes ist zu verzeichnen, daß diese Tiere beim Harn- und Kotabsatz nicht beobachten werden wollen. Die Verdauungssymptome können sich auch gegenseitig abwechseln. Der Magen ist aufgetrieben, hart und sehr schmerzempfindlich. Der Nux vomica-Hund leidet an Sodbrennen; trotz vermehrten Aufstoßens findet er keine Erleichterung. Auch eine psychisch bedingte Gastritis kann sich entwickeln. Andererseits zeigen die Tiere auch einen ausgeprägten Futterneid, sind dann sehr gefräßig und erbrechen oft nach dem Fressen. Nux vomica- Hunde zeigen eine deutliche Somnolenz, besonders nach dem Fressen, wobei sie mit den Extremitäten zucken bzw. abrupt aufschrecken, jedoch gleich weiterschlafen. Vor allem Hunde, die einen Mangel an körperlicher Bewegung haben, sind für alle oben genannten Störungen prädisponiert. Auch bei Schluckauf hat sich Nux vomica bewährt; bei der Reisekrankheit ebenfalls. Die unruhigen Hunde springen während der Fahrt hin und her, oder sie hecheln fortwährend, danach erfolgt Erbrechen, was Erleichterung verschafft. Unwillkürlicher Harnabsatz, vor allem bei Freude, Angst oder während des Schlafes weisen auf Nux vomica hin. In der Regel ist der Nux vomica-Hund vom Wesen her freundlich, lebenslustig und ausgelassen. Seine Wesensänderung ist häufig bedingt durch leidvolle Erfahrungen wie Tierheimaufenthalt, verschiedene Besitzer, liebloses Verwahren, Mißhandlungen etc.. Diese negativen Erlebnisse machen ihn zu einem überempfindlichen und reizbaren Tier. Hat ein solcher Hund das Glück, eine intensive Bindung basierend auf Vertrauen zu seinem neuen Halter aufzubauen, wird er sehr anhänglich und gehorcht gut. Seine extreme Angst vor Neuem bzw. fremden Eindrücken wird dann auf die Personen beschränkt sein, die ihn schlecht behandelt haben. Beim Tierarzt bzw. THP steht der Hund häufig verkrampft und zitternd auf dem Untersuch-ungstisch, wobei schon mal unwillkürlich ein paar Tropfen Urin aus Angst abgehen können. Seine Überempfindlichkeit äußert sich wie oben beschrieben in Schreckhaftigkeit bei Geräuschen, bei Berührung, hellem Licht, aber auch bei starken Gerüchen wie z.B. Tabakrauch, Chemikalien. Oft schreien die Hunde ohne erkennbaren Grund auf, wenn man sie berühren oder gar hochnehmen will. Es scheint sehr schmerzhaft für sie zu sein. Nux vomica ist indiziert beim plötzlich auftretenden Bandscheibenvorfall mit brettharter Versteifung der Bauchmuskeln und Hinterhandlähmungen. Ebenso bei traumatisch bedingten Lähmungen im Bereich des Kreuzbeins. Besserung: in Ruhe bei wasserklarem Urinabsatz bei warmer, feuchter Witterung Verschlimmerung: morgens in Bewegung bei kaltem, trockenem Wetter bei hellem Licht bei Geräuschen bei starken Gerüchen bei Berührung bei psychischer Belastung bei Ärger nach dem Fressen Homöopathische Arzneimittelbeziehungen Antidote: Acon., Ambr., Ars., Bell., Camph., Cham., Cocc., Coff., Dig., Euph., Ign., Iris., Lach., Op., Pall., Pla., Puls., Stram., Thuj. Feindliche Homöopathika: Acet-ac., Aster., Caust., Ign., Nux-m., Tab., Zinc. Homöopathika, die zur Heilung führen: Bry., Calc., Cham.,Con., Kali-s., Phos., Puls. Sep., Sulph. Homöopathika, die gut folgen: Act-sp., Aesc., Aran., Ars., Bell., Bry., Cact., Calc., Carv-v., Cob., Cocc., Colch., Hyos., Kali-c., Kali-m., Lyc., Phos., Ph-ac., Puls., Rhus-t., Sulph., Verat. Mögliche Alternativen: Ign., Lyc.
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